Multilingual Folk Tale Database


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Author: unknown author

Translated into German
  by Anne Lingemann - 2012

Based on Ananse eni Akekrehemaa

Country of origin: Ghana

Story type: The Fox and the Crane Invites Each Other (ATU 60)

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Anne Lingemann

Anne Lingemann

Eines Tages erntete die Spinne Anansi köstliches und schmackhaftes Gemüse in ihrem Garten. Sie bereitete es mit Sorgfalt im Ofen zu, sodass es köstlich duftete. Sie konnte es kaum erwarten, sich an den Tisch zu setzen und zu essen.

Da klopfte es an der Tür. Es war die Schildkröte, die den ganzen Tag unterwegs gewesen war und daher sehr müde und hungrig war.

"Hallo Anansi", sagte die Schildkröte. "Ich bin lange unterwegs gewesen. Da stieg mir der Geruch der köstlichsten Gemüse in die Nase, die ich je gerochen habe. Wären Sie so freundlich, das Essen mit mir zu teilen?"

Anansi konnte nicht ablehnen, weil es in ihrem Land der Brauch gebot, zur Essenszeit die Mahlzeiten mit Besuchern einzunehmen. Doch sie war nicht sonderlich erfreut, denn Anansi war ziemlich gierig und wollte all die köstlichen Gemüse für sich allein. Sie überlegte eine Weile und schmiedete schließlich einen Plan.

"Komm herein, Schildkröte. Es ist mir eine Ehre, dass du heute Abend mein Gast bist. Nimm dir einen Stuhl und setz dich. Bedien dich!

Die Schildkröte kam herein und setzte sich, doch als sie gerade von dem Gemüse kosten wollte, rief Anansi: "Schildkröte, weißt du denn nicht, dass es sich nicht gehört, mit schmutzigen Händen an den Tisch zu kommen?"

Die Schildkröte blickte auf ihre Hände und sah, dass diese schmutzig waren. Sie war den ganzen Tag unterwegs gewesen und hatte nicht die Gelegenheit gehabt, sich zu waschen. Sie stand auf und ging zum Fluss, um sich die Füße zu waschen. Sie ging den ganzen Weg zurück bis zum Haus, langsam wie alle Schildkröten, und als sie zurückkam, hatte Anansi bereits angefangen zu essen.

"Ich wollte nicht, dass dieses köstliche Gemüse kalt wird, deshalb musste ich schonmal anfangen", sagte Anansi. "Aber bitte, setz dich jetzt zu mir, Schildkröte.

Die Schildkröte setzte sich wieder und griff nach dem Gemüse, doch abermals rief Anansi:

"Schildkröte, hast du mir nicht zugehört? Es ist unhöflich, sich mit schmutzigen Händen an den Tisch zu setzen!"

Sie sah an sich hinunter und sah, dass ihre sauberen Hände wieder schmutzig geworden waren, da sie auf ihnen gekrochen war, um wieder zum Haus der Spinne zu gelangen. So ging sie wieder hinunter zum Fluss, um sich erneut zu waschen. Dieses Mal passte sie auf dem Rückweg auf und lief auf der Wiese, damit ihre Hände sauber blieben. Doch als sie zurückkam und sich an den Tisch setzte, hatte Anansi bereits das leckere Gemüse bis auf den letzten Bissen aufgegessen.

Die Schildkröte blickte Anansi einen Moment lang an und sagte dann: "Danke, dass du deine Mahlzeit mit mir geteilt hast. Wenn du mal in der Nähe meines Hauses bist, lass mich die Gefälligkeit erwidern. "Dann verließ sie langsam das Haus und ging ihrer Wege.

Die Tage vergingen und Anansi dachte immer öfter an die Mahlzeit, die die Schildkröte ihr angeboten hatte. Ihr Interesse an einem kostenlosen Abendessen wuchs, und schließlich hielt sie es nicht länger aus. So machte sie sich eines Tages auf den Weg, um das Haus der Schildkröte aufzusuchen.

Sie fand die Schildkröte am Ufer eines Flusses, wo sie just zur Abendessenszeit ein Sonnenbad nahm.

Die Schildkröte blickte auf, sah die Spinne und rief: "Hallo Anansi, bist du gekommen, um mit mir zu Abend zu essen?"

"Oh, ja ja!" sagte Anansi, die mit jeder Minute hungriger wurde. Die Schildkröte tauchte unter Wasser in ihr Haus, um den Tisch für das Abendessen zu decken. Wenig später kam sie zurück ans Ufer und sagte: "Dein Platz ist hergerichtet und das Essen ist fertig. Folge mir, Anansi. "

Sie tauchte ab und begann langsam zu essen.

Anansi sprang ins Wasser, doch sie konnte nicht bis auf den Grund des Flusses gelangen. Sie versuchte bis auf den Grund zu schwimmen, doch sie war so leicht, dass sie jedes Mal wieder zurück an die Oberfläche stieg.

Sie versuchte zu tauchen und auf dem Rücken zu schwimmen. Sie versuchte es mit Anlauf, doch es half alles nichts, sie kam nicht bis auf den Grund des Flusses.

In der Zwischenzeit aß die Schildkröte gemächlich ihr Essen.

Anansi wollte sich die kostenlose Mahlzeit nicht entgehen lassen. Sie lief am Ufer auf und ab und fragte sich, was sie tun sollte. Schließlich hatte sie eine Idee. Sie sammelte Steine ​​und Felsbrocken und stopfte sie in ihre Jackentasche.

Als sie nun ins Wasser sprang, sank sie bis auf den Grund und konnte so am Tisch der Schildkröte Platz nehmen.

Der Tisch war festlich gedeckt und voller Köstlichkeiten. Anansi konnte kaum glauben, dass so viele leckere Speisen vor ihr aufgetischt waren. Sie konnte es nicht erwarten, mit dem Essen zu beginnen.

Aber gerade als sie den ersten Bissen zum Mund führte, hörte die Schildkröte auf zu essen und sagte: "In meinem Land behalten wir bei Tisch nicht unsere Jacke an. "

Anansi bemerkte, dass die Schildkröte ihre Jacke ausgezogen hatte, bevor sie sich hingesetzt hatte. Anansi begann, sich die Jacke auszuziehen, doch sobald sie diese von den Schultern gezogen hatte, stieg sie erneut an die Wasseroberfläche auf. Sie steckte den Kopf ins Wasser und musste zusehen, wie die Schildkröte in aller Ruhe das köstliche Festmahl genoss.